Das Training
Was ist Jumping Fitness?
Gruppentraining auf dem Trampolin, eine Stunde, Musik, und jeder auf seinem eigenen bellicon. Trainiert wird nicht durch hohe Sprünge, sondern durch kontrollierte Bewegung in die Sprungmatte hinein.

Jumping Fitness ist ein Gruppentraining auf dem Trampolin. Eine Trainerin oder ein Trainer führt die Gruppe zu Musik durch eine Stunde, in der jeder auf seinem eigenen bellicon steht. Trainiert wird nicht durch hohe Sprünge, sondern durch kontrollierte Bewegung in die Sprungmatte hinein. Das Konzept verbindet Ausdauer, Kraft, Koordination und Gleichgewicht in einer Einheit.
Entwickelt wurde das Konzept 2014. Dafür wurden die bis dahin bekannten Übungen auseinandergenommen und einzeln auf ihre gesundheitlichen Aspekte hin geprüft, bevor daraus ein Kursformat entstand.
- Ausdauer über die volle Stunde
- Kraft in Beinen und Körpermitte
- Koordination durch die nachgebende Matte
- Gleichgewicht als ständige Anforderung
Wie eine Stunde abläuft
Eine Stunde folgt einem festen Aufbau.
Aufwärmen
In zwei Teilen. Der Körper kommt in Bewegung, die Grundhaltung wird eingenommen, das Gefühl für die Matte entsteht.
Hauptteil
Basisschritte, kombiniert zu Abfolgen und im Takt der Musik. Je nach Kursformat kommen Intervalle, Armarbeit oder zusätzliche Elemente dazu.
Toning
Ein Abschnitt für die Muskulatur, oft für Arme und Körpermitte, auf und am Trampolin.
Cooldown
In zwei Teilen: herunterkommen, dehnen, Puls senken.
Zwischen den Blöcken gibt es sogenannte Ruheschritte. Wer Luft braucht, geht in einen ruhigeren Schritt und bleibt trotzdem in Bewegung. Das ist ausdrücklich vorgesehen und kein Aussetzen.
Die Grundhaltung ist das Wichtigste
Jumping Fitness lebt von der richtigen Haltung, nicht von der Sprunghöhe. Das ist der Teil, der in jeder Trainerausbildung zuerst vermittelt wird:
- Stabiler Stand, mit der ganzen Fußfläche, hüftbreit, auf der waagerechten Mittellinie des Trampolins.
- Becken minimal nach vorn gekippt, Knie leicht gebeugt, Oberkörper leicht nach vorn geneigt. Die Körperausrichtung erinnert an eine leichte Kniebeuge.
- Der Rücken bleibt in seiner natürlichen Form. Ein Hohlkreuz wird vermieden.
- Der Nabel wird aktiv zur Wirbelsäule gezogen. Der Oberkörper ist fixiert, aber nicht verspannt, im Nacken entsteht keine Spannung.
- Die Atmung läuft weiter. Luft anhalten ist der häufigste Fehler.
- Die Knie werden zum Oberkörper gezogen und die Füße wieder am Ausgangspunkt aufgesetzt, im Takt der Musik.
Entscheidend: nicht nach oben springen. Es geht nicht darum, mit den Fingern die Decke zu erreichen, sondern kontrolliert in die Sprungmatte zu arbeiten. Durch die weiche Landung auf dem Trampolin wird eine Stauchung der Gelenke vermieden. Mehr dazu im Beitrag Beckenboden und Jumping Fitness.
Diese Haltung durchzuhalten ist am Anfang nicht möglich, und das ist normal. Dafür gibt es die Ruheschritte.

Für wen es geeignet ist
Das Training funktioniert für verschiedene Leistungsniveaus, weil mit Levelling gearbeitet wird: dieselbe Übung wird verstärkt oder abgeschwächt, sodass jeder an seine eigene Grenze kommt und nicht an die der Gruppe.
In den Kursen stehen Menschen mit sehr unterschiedlichem Hintergrund: Fußballer, Ausdauerläufer, Tänzer, Kraftsportler und Leute, die Sport sonst eher meiden.
Wenn Du eine Vorerkrankung hast, schwanger bist oder nach einer Verletzung wieder einsteigst, kläre das vorher ärztlich ab. Das gilt für jeden Sport.
Was das Training fordert
Jumping Fitness ist ein Ganzkörpertraining. Gefordert sind die Beine, die Körpermitte und, je nach Kursformat, auch Arme und Schultern. Weil die Sprungmatte nachgibt, muss der Körper laufend stabilisieren, und genau daraus entstehen die Anforderungen an Koordination und Gleichgewicht.
Die tiefe Muskulatur arbeitet dabei mit. Bei korrekter Grundhaltung mit aktiver Körpermitte ist die Beckenbodenmuskulatur eingebunden, wie bei jedem Training, das mit Körperspannung gearbeitet wird. Der häufigste Fehler in diesem Zusammenhang ist unkontrolliertes Springen nach oben, verbunden mit angehaltenem Atem. Beides soll in einer Jumping Stunde nicht vorkommen.
Warum ein bellicon
Gesprungen wird auf dem bellicon Jumping Fitness Pro. Die Aufhängung besteht aus Seilringen mit synthetischem Kautschuk im Inneren, die Sprungmatte ist aus rutschfestem Permatron gewebt, die Griffhöhe wird über einen patentierten Schnellspanner eingestellt. Die ganze Entstehungsgeschichte steht im Beitrag Wie das Jumping Fitness Trampolin ein bellicon wurde.

Wie Du anfängst
Am einfachsten über eine Probestunde in einem Studio, das Jumping Fitness anbietet. Eine Stunde reicht, um zu merken, ob das Training zu Dir passt. Mitzubringen sind Sportkleidung und etwas zu trinken, die Trampoline stehen im Studio.
Wenn Du Dich zum Start motivieren musst, hilft vielleicht der Beitrag 7 Tipps, die Dich zum Sport motivieren. Wie oft Training in der Woche sinnvoll ist und wie sich verschiedene Trainingsarten kombinieren lassen, steht in Sportlich kombiniert. Zur Ernährung rund ums Training gibt es gesunde Snacks für zwischendurch und die optimale Sporternährung.
Selbst Trainer werden
Wer das Training selbst geben will, macht die Trainerausbildung über die bellicon Academy. Wer Jumping Fitness als Kursformat im eigenen Studio anbieten will, findet die Bedingungen unter Jumping Fitness im Studio anbieten. Für Studios und Trainer gibt es Ausbildungen, Kurskonzepte, Choreografien und Musik sowie Ausstattungspakete. Wie es nach der Ausbildung weitergeht, erzählt eine Trainerin im Beitrag Wie es nach der Ausbildung weitergeht.

Häufige Fragen
Was bringt Jumping Fitness?
Trainiert werden Ausdauer, Kraft, Koordination und Gleichgewicht, und zwar in derselben Stunde. Weil die Sprungmatte nachgibt, muss der Körper laufend stabilisieren; daraus entstehen die Anforderungen an Koordination und Gleichgewicht. Die Landung ist weicher als auf festem Boden, weil die Matte den Aufprall aufnimmt.
Kann man mit Jumping Fitness abnehmen?
Ob jemand abnimmt, entscheidet die Energiebilanz über Wochen, nicht eine einzelne Sportart. Eine Jumping Stunde ist Ausdauertraining und verbraucht Energie wie andere Ausdauersportarten auch. Wir nennen dazu bewusst keine Kalorienzahlen: die hängen von Gewicht, Intensität und Kursformat ab und wären geraten.
Ist Jumping Fitness besser als Joggen?
Es ist anders, nicht besser. Beides ist Ausdauertraining. Der Unterschied liegt im Untergrund und im Format: beim Laufen federt nichts, auf dem Trampolin nimmt die Matte den Aufprall auf. Dafür läuft Jumping im Takt der Musik und in der Gruppe, mit einer Trainerin, die korrigiert. Was besser passt, hängt davon ab, was Du suchst.
Muss ich fit sein, um anzufangen?
Nein. Mit Levelling lässt sich jede Übung abschwächen, und die Ruheschritte sind Teil des Konzepts. In einer Probestunde merkst Du nach zehn Minuten, ob das Tempo für Dich passt.
Wie hoch springt man?
Nicht hoch. Gearbeitet wird kontrolliert in die Matte, nicht nach oben.
Wie oft in der Woche ist sinnvoll?
Das hängt davon ab, was Du sonst noch machst und wie gut Du Dich zwischen den Einheiten erholst. Wie sich verschiedene Trainingsarten kombinieren lassen, steht in Sportlich kombiniert.
Was sind die Nachteile?
Drei Dinge, die Du vorher wissen solltest. Erstens lebt das Training von der Grundhaltung; wer sie nicht hält, trainiert nicht richtig, und genau deshalb wird sie in jeder Stunde korrigiert. Zweitens ist es ein Gruppenformat mit fester Musik und festem Takt, das nicht jedem liegt. Drittens brauchst Du ein Studio mit passenden Geräten, oder ein eigenes Trampolin für zu Hause.
Brauche ich besondere Schuhe?
Für die Kursstunde bringst Du Sportkleidung und etwas zu trinken mit. Was an Schuhen im jeweiligen Studio üblich ist, sagt Dir die Trainerin vor der ersten Stunde; die Vorgaben unterscheiden sich von Studio zu Studio.
Kann ich auch zu Hause trainieren?
Ja, das Trampolin lässt sich auch zu Hause nutzen. Das Kursformat selbst ist ein Gruppentraining.
Wo finde ich einen Kurs in meiner Nähe?
Die Studios, die Jumping Fitness anbieten, sind auf einer Standortkarte eingetragen.
Ich habe eine Vorerkrankung, bin schwanger oder komme nach einer Verletzung zurück.
Dann kläre das vorher ärztlich ab. Das gilt für jeden Sport, und wir geben dazu keine Empfehlung aus der Ferne.