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Was beim Jumping messbar passiert
Drei Fragen hören wir in Kursen immer wieder. Wie viele Kalorien verbrennt so eine Stunde? Ist das wirklich gelenkschonend? Und bringt das Ganze mehr, als Spaß zu machen? Wir haben nachgesehen, was sich dazu messen lässt. Angefangen mit der Zahl, die in jedem zweiten Trampolin-Artikel steht.

Die NASA-Studie, die überall zitiert wird
Der Satz lautet meistens so: Die NASA habe herausgefunden, Trampolinspringen sei 68 Prozent effektiver als Joggen. Die Studie dahinter gibt es tatsächlich. Vier Forscher um Ambuj Bhattacharya veröffentlichten sie 1980 im Journal of Applied Physiology, finanziert von der NASA, die damals nach einem Training gegen den Muskel- und Knochenabbau von Astronauten suchte. Acht Probanden liefen auf dem Laufband und sprangen auf dem Trampolin, während die Forscher die senkrechte Beschleunigung an Knöchel, unterem Rücken und Stirn aufzeichneten, dazu Sauerstoffaufnahme und Herzfrequenz.
Die Ergebnisse finden wir interessanter als die Zahl, die daraus geworden ist. Beim Laufen lag die Spitzenbeschleunigung immer am Knöchel und damit höher als am Rücken und am Kopf. Beim Springen verteilte sie sich gleichmäßig über den Körper. Bei vergleichbarer Sauerstoffaufnahme und Herzfrequenz war der mechanische Reiz auf dem Trampolin außerdem größer als beim Laufen.
Die 68 Prozent haben wir in der Kurzfassung der Studie nicht gefunden. Deshalb schreiben wir sie hier auch nicht hin.
Wie viele Kalorien eine Kursstunde verbrennt
Eine italienische Forschungsgruppe hat 2017 eine komplette Trampolinstunde durchgemessen. 18 Frauen mit leichtem Übergewicht, 46 Minuten Kurs, Atemgasmessung am Körper.
Das Ergebnis: 6,9 Kilokalorien pro Minute und 317 Kilokalorien für die ganze Stunde. Der Puls lag im Schnitt bei 132 Schlägen, das entsprach 72 Prozent der Leistung, die dieselben Frauen vorher im Belastungstest erreicht hatten. Nach den Maßstäben des American College of Sports Medicine zählt das als intensives Training und nicht als moderate Bewegung.
Auf die eigene Stunde lässt sich das nur ungefähr übertragen. Wer schwerer ist, verbraucht mehr. Und wer bei den Intervallen mitgeht, kommt höher raus als jemand, der sie ruhig ausfedert.
Warum das Training als gelenkschonend gilt
Hier hilft die Messung von 1980 noch einmal weiter, weil sie den Satz erklärt, den Trainerinnen und Trainer am häufigsten sagen. Gelenkschonend heißt nicht, dass keine Kräfte wirken. Es wirken sogar größere als beim Laufen. Sie kommen nur an anderen Stellen an.
Beim Laufen trifft jeder Schritt zuerst den Knöchel, und von dort wandert der Stoß nach oben. Auf dem Sprungtuch bremst die Landung über eine viel längere Strecke ab, und die Kraft verteilt sich auf den ganzen Körper. Beim bellicon hängt das Tuch dafür in Seilringen statt an Stahlfedern.
Wer Probleme mit Gelenken, Bandscheiben oder Herz hat, sollte vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen. Das ist bei jedem Sport sinnvoll.
Was nach zwölf Wochen messbar war
2019 hat eine Innsbrucker Arbeitsgruppe 40 Frauen zwischen 56 und 83 Jahren mit Osteopenie in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Hälfte trainierte zwölf Wochen lang zweimal pro Woche 45 bis 60 Minuten auf dem Mini-Trampolin, mit Balance-, Kraft- und Sprungübungen. Die andere Hälfte trainierte nicht.
Nach den zwölf Wochen stand die Trainingsgruppe 33 Prozent länger auf einem Bein. Im Timed-Up-and-Go-Test war sie 19 Prozent schneller, kam 36 Prozent häufiger vom Stuhl hoch und ging 25 Prozent schneller. Die Angst zu stürzen sank um 15 Prozent, die Knochendichte am Oberschenkelhals lag zwei Prozent höher. In der Gruppe ohne Training veränderte sich in keinem dieser Punkte etwas Nennenswertes. Beim Aufstehen und beim Gehtempo wurde sie sogar langsamer.
Was sich daraus nicht ableiten lässt
Alle drei Studien haben mit Mini-Trampolinen gearbeitet, nicht mit bellicon JUMPING. Die Gruppen waren klein: acht, 18 und 40 Personen. Und sie haben bestimmte Gruppen untersucht, nämlich Frauen mit Übergewicht und Frauen über 56 mit Osteopenie. Auf jeden anderen lassen sich diese Werte nicht einfach übertragen, und ein Heilversprechen ist keine der Studien.
Was sie zeigen, ist trotzdem etwas wert. Der Reiz ist messbar, er verteilt sich anders als beim Laufen, und regelmäßiges Training über einige Wochen verändert etwas.
Eine Stunde mitmachen
Wenn Du wissen willst, wie sich das anfühlt: bellicon JUMPING läuft in über 1.000 Orten in Europa, und auf unserer Karte findest Du die Kurse in Deiner Nähe. Wer selbst unterrichten möchte, steigt über die bellicon Academy ein.
Quellen
Bhattacharya A, McCutcheon EP, Shvartz E, Greenleaf JE: Body acceleration distribution and O2 uptake in humans during running and jumping. Journal of Applied Physiology 49(5), 1980, S. 881 bis 887.
Cugusi L, Manca A, Romita G, Bergamin M, Di Blasio A, Mercuro G: Exercise intensity and energy expenditure during a mini-trampoline rebounding exercise session in overweight women. Science & Sports, 2017.
Posch M, Schranz A, Lener M, Tecklenburg K, Burtscher M, Ruedl G, Niedermeier M, Wlaschek W: Effectiveness of a Mini-Trampoline Training Program on Balance and Functional Mobility, Gait Performance, Strength, Fear of Falling and Bone Mineral Density in Older Women with Osteopenia. Clinical Interventions in Aging 14, 2019, S. 2281 bis 2293.